Erfahrungen im Langzeitdienst

Familie Martin und Ingeborg Till

Bibelschule Cornerstone, Niederlande

Was uns geholfen hat dabeizubleiben.
„Ich habe dich den Heiden zum Licht gesetzt. Bis ans Ende der Welt sollst du die rettende Botschaft bringen“ (Jes.49:6 bzw. Apg. 13:47)  – dieser Vers hat uns, Martin und Ingeborg Till, schon herausgefordert als wir uns noch gar nicht kannten.  Der Auftrag Gottes war klar. Das Einsatzland war verschieden:  Guinea-Bissau (Bibelschule) – ein Land im Mittleren Osten (medizinische Arbeit) – Niederlande (Missionsbibelschule Cornerstone).

Martin in Guinea-Bissau
Martin, von Beruf Pfarrer, half mit, die erste Ausbildungsstätte für Pastoren und Evangelisten in Guinea-Bissau aufzubauen.  Junge Afrikaner im Glauben wachsen zu sehen und ihnen Vorbild zu sein, war seine Vision und Freude. Natürlich gab es auch herausfordernde Situationen. Da war es wertvoll,  gute afrikanische Freunde zu haben, die ihm beratend zur Seite standen.  Ein Mentor in Deutschland half ihm, mutig voranzugehen trotz Schwachheit und Krankheit.

Ingeborg im Mittleren Osten
Ingeborg war zu der Zeit als Kinderkrankenschwester im Mittleren Osten unterwegs. Über die Jahre hinweg konnte durch die medizinische Arbeit Vertrauen aufgebaut werden. Neben der Arbeit im Krankenhaus konnte sie ehemalige Patienten in ihren Häusern oder Zelten besuchen. Diese Besuche und vor allen die Gastfreundschaft der Menschen halfen ihr, eine positive Sicht zu behalten. Was sie jedoch am meisten bewegte, war, dass dort Menschen lebten, die den Namen Jesu noch nie gehört hatten. Was für ein Vorrecht , die rettende Botschaft dorthin zu bringen.

Gemeinsam in Afrika
Nach unserer Heirat 1996 waren wir als Familie zusammen in Guinea-Bissau am Bibelinstitut; Martin hauptsächlich im Unterricht und der akademischen Leitung der Schule, während Ingeborg ihren Schwerpunkt in der Familie und bei den Frauen der Bibelschüler hatte. Es waren bewegte Jahre: Personalengpässe, ein Bürgerkrieg, der uns zwang, das Land zu verlassen, und ein Raubüberfall. In dem allen hat Gott uns immer wieder ermutigt dabeizubleiben, entweder durch sein Wort oder durch die Ermutigung von unserem Team und unseren afrikanischen Freunden. Oft haben uns die Krisenzeiten näher zu Gott gebracht. Es hat uns motiviert zu sehen, wie wir einen Beitrag zur Ausbildung von Afrikanern zu Botschaftern Gottes leisten konnten.

Gemeinsam in Europa
Seit 2001 wohnen und arbeiten wir als Familie in den Niederlanden, in der Missionsbibelschule Cornerstone.  Auch hier arbeiten wir in einem guten Team, in dem wir uns gegenseitig ermutigen können dabeizubleiben. Freunde in Deutschland und darüber hinaus beten für uns. Und Gott ist immer noch derselbe, der sich in unserer Schwachheit verherrlichen will. Unsere Aufgaben im Cornerstone haben sich über die Jahre verändert, aber das Ziel bleibt gleich: Leute aus Europa und der ganzen Welt auszubilden für einen kulturübergreifenden Dienst. Wir freuen uns, dass wir die Erfahrungen, die wir selbst gesammelt haben, an die nächste Generation weitergeben können, so dass noch viele Menschen auf dieser Welt die rettende Botschaft hören können.

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Gott schreibt Geschichte. Mit jedem Einzelnen.

Dr. med. Hedwig Albers

Gambia, Westafrika

Mit einer klaren Berufung fing es an
Mit Paulus (Röm. 1,14 wir schulden das Evangelium den Unwissenden) und Manfred Siebald („Wer das Wasser in der Wüste kennt und es nicht zeigt…“) empfinde ich auch ein Verpflichtung das Evangelium weiterzusagen – besonders in oralen Kulturen mit hohem Anteil Analphabeten. So hatte mich Gott 1996 in die medizinische Arbeit nach Gambia geführt und bislang wurde diese Berufung noch nicht widerrufen / aufgehoben. Im Gegenteil: Durch Menschen, die zum lebendigen Glauben fanden, sehe ich meine Berufung bestärkt / bestätigt.

Eine feste Zusage
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und alles andere wird euch gegeben werden.“ Der WEC ist eine Glaubensmission. Nach Mt. 6.33 glauben wir, dass Gott uns mit Allem versorgt, was wir zum Leben brauchen. Vor meiner Ausreise versprach ich meinem Vater, der sich um meine Versorgung sorgte, meinen Missionsdienst in Gambia zu beenden, wenn Gott nicht zu seinem Versprechen stehen würde. Aber schon seit 19 Jahren erlebe ich dankbar Gottes treues Versorgen durch treue Beter und Spender. Wenn ich mit Kurzzeitlern über die finanzielle Versorgung rede, mache ich sie darauf aufmerksam, dass sie ihre Erfahrungen mit der Finanzierung des Kurzzeiteinsatzes nicht auf einen Langzeiteinsatz übertragen können; denn oftmals nehmen Freunde und Bekannte – ja selbst sogar die Gemeinde fälschlicherweise an, dass sie für ein Jahr im Ausland genügend Geld gespart oder zur Verfügung gestellt bekommen hätten. Reist man jedoch als Langzeitmissionar aus, ist Allen klar, dass Spenden für den Unterhalt und das Projekt, in dem man mitarbeitet, gebraucht werden.

Bestätigungen
Anfangs war ich mir nicht so sicher, ob Gambia mein Einsatzland sei. Deshalb sagte ich meine Mitarbeit nur für einen „vier Jahres term“ zu. Doch zu meinem stetigen Persönlichkeitscharakter kamen auch positive Bestätigungen hinzu: Job fulfillment, gutes Miteinander im Team, Bekehrungen, Freude an Jüngerschaftsschulung und recruitment (Zusammenarbeit mit Kurzzeitlern, die hoffentlich mal als Langzeitler mit in die Mission einsteigen). Ein Ansatzpunkt der Flüchtlingskrise zu begegnen ist, die Situation in den Herkunftsländern positiv zu verändern. Unsere Arbeit in Gambia hilft die Gesundheitsversorgung und Ausbildung junger Menschen zu verbessern.

Vertrauen
habe ich zu meinem guten Hirten. Er, der die nicht in die Irre führt, die sich von Ihm führen lassen wollen, hat mich bislang gut geführt und wird mich auch weiterhin treu führen. Ich bin dankbar für Erlebnisse, die mir dies immer wieder bestätigen. Was mich zweifeln lässt, ob dranbleiben noch dran ist, sind meine älter werdenden Eltern und ihre eventuell eintretende Pflegebedürftigkeit. Deshalb bete ich des Öfteren auch in diesem Punkt um klare Führung.

Bessere Möglichkeiten
Das Leben in einem Entwicklungsland, einer anderen Kultur und Sprache bringt Herausforderungen mit sich, die mich im Glauben wachsen ließen. Ich kam vermutlich früher zu dem Punkt des entkrampften Christseins – durch den mir innewohnenden Heiligen Geist – als es in der Heimat geschehen wäre.

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