Bericht vom Gruppeneinsatz

Unsere Gruppe aus Fulda

Die Füße wurden nass, wir kamen durch

Wir helfen beim Umzug

Work and Fun

Nicht den Finger hineinstecken

Beim Bau helfen

Fußball zur Entspannung

Drei unvergessliche Wochen

Tubaaab, so schallt es aus allen Ecken, wenn eine Gruppe Weißer in Gambia durch die Straßen fährt. Tubabs, das sind die Weißen in ihrer Sprache. Alle Kinder stehen am Straßenrand und winken aufgeregt, wenn wir wieder mal unterwegs sind. 3 Wochen durften wir diese besondere Aufmerksamkeit erleben. 3 Wochen in denen wir natürlich noch viel mehr erlebten. 10 deutsche Jugendliche in einer ganz neuen und so anderen Kultur, das kann ja nur spannend sein.
„Mein Name ist Daniel und ich möchte euch gemeinsam mit meinem Team für ein paar Minuten in das Land Gambia mitnehmen. Wir durften in einem Projekt mithelfen, welches sich „House of Skills“ nennt. Ziel dabei ist es, gambianische Jugendliche in bestimmten Arbeiten auszubilden, um ihnen eine gute Zukunft zu gewähren mit dem Geld, das sie mit der erlernten Arbeit verdienen können. Aber nicht nur ihnen, sondern auch der Kirche, die sie dann mitfinanzieren können. Gut, fangen wir mal mit dem an, weswegen wir eigentlich nach Gambia geflogen sind, natürlich der Arbeit ;-)“
Samuel, berichte doch mal davon, was wir 8 Jungs so gemacht haben.“Unsere Hauptaufgaben waren Arbeiten am benachbarten Grundstück, wo das Ausbildungszentrum „House of Skills“ gebaut werden soll. Wir pflanzten viele Bäume, u.a. Palmen und Bananenstauden, und bereiteten den Graben für die Wasserleitungen vor.  Aber auch im Wohnhaus der Missionare gab es einige Aufgaben für uns. Ein großer Teil davon war das Aufbauen und Anschließen der Solaranlage, um das Haus mit Strom zu versorgen. Ein Teil unserer Gruppe durfte auch beim Bau einer Schule in der Stadt helfen.“

Auch unsere 2 Mädels haben natürlich ihren Beitrag geleistet. Anneli, was habt ihr so gemacht?
„Wir Mädchen wurden jeden Tag im Bereich des Haushalts, dem Garten und dem täglichen Wäsche waschen zugeteilt. In diesen Bereichen konnten wir viel von der afrikanischer Art und Weise lernen, was zugleich auch echt spannend war und viel Spaß gemacht hatte. Außerdem durften wir auch manche Dinge neu streichen, wie z.B. ein paar Türen oder ähnliches.
So sahen also unsere Arbeitstage aus, die so ca. von 9-17 Uhr gingen. Davor gab es nach einem Frühstück eine Morgenandacht mit dem ganzen Team, die auch für den nötigen geistlichen Teil sorgte. Jeden Morgen war eine andere Person dafür verantwortlich. Das Haus der Missionare war allerdings zu klein um uns alle für die Nacht unterzubringen.“
Stefan berichtet uns, wie dieses Problem gelöst wurde.
„Also unsere Gruppe wurde am Anfang gleich aufgeteilt. Die beiden Mädels konnten im Haupthaus untergebracht werden, wo sie sich ein ca. 12qm großes Zimmer mit den später eingetroffenen zwei Lenas geteilt haben. Die 8 Jungs haben in einer, von unserem Hauptcamp etwa 1km weit entfernten, Grundschule Lager gefunden, die während der Ferienfreizeit gemietet wurde. Jeder hat dort seine eigene Matratze gehabt und auch das immer dazu gehörende notwendige Moskitonetz und ein mit Wasser gefüllter Behälter hat als unser mobiles Waschbecken gedient.
Genau, fließendes Wasser hatten wir in der Schule also nicht. Aber das war auch okay, denn wir haben ja nur die Nacht dort verbracht. Am nächsten Morgen ging es dann sofort wieder ins Haupthaus, wo das ganze Team sich morgens getroffen hat. Ah ja, wo wir jetzt vom Team sprechen, Manuel, wer gehörte alles zu unserem Team? Zunächst einmal natürlich das Missionsehepaar Roland und Gunda, die die ganze Arbeit bei House of Skills leiten. Unterstützt werden sie in ihrem Projekt von einem zweiten Missionsehepaar, Christoph und Anja mit zwei Kindern. Zurzeit haben sie noch Unterstützung von Emmanuel und Jonas, die ein FSJ in Gambia machen. Den gambianischen Teil bildeten die 5 Azubis vom House of Skills, dazu ein Schweißer. Außerdem waren für knapp 10 Tage ungefähr 15 Jugendliche von der Evangelikalen Kirche aus ganz Gambia bei uns, die eine Art Freizeit mit uns verbrachten.
Ein ziemlich großes Team also. Aber wie sagt man, viele Hände, schaffen der Arbeit ein schnelles Ende. Na gut, zu Ende ist die Arbeit noch lange nicht, aber wir sind froh, einen kleinen Beitrag geleistet zu haben. Neben der Arbeit hatten wir natürlich auch Freizeit, die wir nutzen konnten, um Gambia ein bisschen kennen zu lernen.
Marius, erzähl mal bisschen darüber.

„Unsere Freizeiten haben wir unterschiedlich genutzt. Wir durften z.B. den Tierpark besuchen und einiges über die Tiere in Afrika erfahren. Die Abende haben wir meist mit Brett- und Kartenspielen verbracht. Einen Abend sind wir an den Strand gefahren und haben nach Schildkröteneiern Ausschau gehalten. An dem Strand durften wir allerdings auch einige Nachmittage verbringen, Gottes wunderschöne Natur genießen und sehr viel Spaß haben.
Diese Zeiten haben wir natürlich alle zu schätzen gewusst. Aber auch über das Essen wollen wir noch ein paar Worte verlieren, wo sich Gambia doch sehr von Deutschland unterscheidet. Denn hierbei ist nicht nur das „Was“, sondern auch das „Wie“ entscheidend. Aber lasst uns doch mal Rafael hören. Was kannst du über gambianisches Essen berichten?
Das Essen war eigentlich lecker, allerdings nicht so abwechslungsreich wie man es in Deutschland gewohnt ist, weshalb man sich erstmal daran gewöhnen musste. Neben der Hauptnahrung, Reis mit Fisch jeden Mittag, gab es viele Früchte. Gegessen haben wir traditionell gambianisch: mit ca. 7-10 Personen, oft auf dem Boden, aus einer großen Schüssel. Wenigstens gab es Löffel und man musste nicht mit der Hand essen. Ganz wichtig dabei ist es, bestimmte Regeln zu beachten. Allgemein war das Essen gut und wenn es mal etwas ungewohnt schmeckte, hatte man die Möglichkeit ein paar Kilos loszuwerden. Naja diese Kilos bekommt man in Deutschland ja sicherlich schnell wieder drauf. Aber nicht nur beim Essen unterscheiden sich unsere Kulturen. Es gibt natürlich noch andere Unterschiede.
Welche sind dir noch aufgefallen Karina?
„Gambianer tragen generell längere Klamotten als die Deutschen im Sommer, da es ein muslimisches Land ist. Natürlich mögen sie es auch, in der Hitze einfach mal im Schatten zu sitzen und nichts zu machen 😀 Sie machen auch gerne Musik: laut, auffällig und immer mit Trommeln. Außerdem wird immer gegrüßt mit „How are you“ was so viel heißt wie „Wie gehts dir“. Allerdings wird keine große Antwort verlangt, außer „fine“, also „gut“. Es ist lediglich eine Begrüßung. Insgesamt sind Gambianer aber echt freundliche und offene Menschen. Jetzt bleib nur noch von einem speziellen Wochenende zu berichten. Wir haben nämlich an einem Wochenende einen Missionseinsatz gemacht. Dazu haben wir die Gruppe durch zwei geteilt und sind an 2 verschiedene Orte gefahren.“
David, erzähl doch mal bitte mehr davon. Was genau haben wir gemacht?
„Wir durften zunächst einmal praktisch helfen, d.h. einen Wasserturm aufbauen oder auch bei der Gartenarbeit helfen. Wir haben außerdem in kleinen Gruppen viele christliche Familien besucht, um sie in einer Gemeinschaft im Glauben zu stärken. Einen Abend haben wir mit Hilfe eines Beamers und einer Leinwand einen Jesus-Film mitten auf der Straße auf Mandinka, einer Stammessprache Gambias, ausgestrahlt. So konnten viele Menschen, gerade sehr viele junge, das Leben Jesu in ihrer eigenen Sprache sehen. Doch auch unter uns haben wir viel Zeit verbracht, mit Singen, Gebet oder einfach in Gesprächen.
Das war ein wirklich gesegnetes Wochenende, an dem wir viel erleben und lernen konnten. Julian möchte uns jetzt noch von einem besonderen Erlebnis berichten.

Am vorletzten Abend des Missionseinsatzes fuhren wir wie gewohnt zum Strand. Wir hatten es zumindest vor. Wenn Roland nur wüsste, wo er die Schlüssel von unserem geliebten Kleinbus liegen gelassen hatte. Somit blieb uns nichts anderes übrig, als mit dem Pickup zu fahren, und das mit 10 Personen. Es verging nicht viel Zeit, als es urplötzlich anfing zu stürmen. Logischerweise hatten wir unseren Spaß auf der Ladefläche, während die anderen im Pickup neidisch nach hinten blickten. Jedoch war uns noch nicht bewusst was Gott eigentlich bewirkt hatte, nämlich dass wir in diesem Sturm mit dem Kleinbus keinen Meter vorwärts gekommen wären. Wahrscheinlich würden wir sogar irgendwo stecken bleiben. Gott hat also eigenmächtig die Schlüssel versteckt, damit wir ein letztes Mal den Strand und den Regen genießen konnten!
Gott die Ehre für diese Zeit. Unser Dank gilt auch allen, die für uns gebetet haben. Diese Eindrücke bleiben für das ganze Leben und wer weiß, vielleicht zieht es den ein oder anderen von uns auch wieder zurück :-)“

Herzliche Aufnahme